Abstracts (deutsch/English)



Johannes Angermüller (University of Magdeburg, Germany)
Numerocracy. From Texts to Numbers in Google Scholar

In this contribution, I will ask what digital technologies of knowledge production mean to the reading of texts in the humanities and interpretive social sciences. My point of departure is that we live in numerocracy - a regime which exerts power by means of numbers. With the coming of the entrepreneurial university, numerocracy extends into the production of knowledge in the interpretive disciplines whose job is precisely to deal with texts. By citing the example of Google Scholar, I will discuss how digital technologies change the way texts are read. With the help of recent French discourse analysis, we will look into an example of academic discourse which is transformed by Google Scholar in a certain way. While human readers can distinguish between the different enunciative modalities of the many voices of academic discourse, non-human readers like Google Scholar deal only with the voices having a name: they count references and produce numbers. These numbers, in turn, change the way in which texts are read by human readers since they allow to grade, rank, classify the products as well as their producers. Therefore, by means of numbers, reflexive knowledge is translated into numerocratic knowledge which can be used by non-academic administrators, political decision-makers or by just anybody in search of objectified excellence in these disciplines. I will conclude by pointing out how digital information technologies act as power/knowledge technologies in the sense of Foucault. With the numbers proliferating in the digital medium, academic producers can now constantly monitor each other and first of all of course themselves.


Doris Bachmann-Medick (GCSC Gießen, Germany)
Von der Hybridität zur Übersetzung. Überlegungen zu Travelling Concepts/From Hybridity to Translation. Reflections on "Travelling Concepts"

Deutsch:
(Kultur-)wissenschaftliche Konzepte und Theorien entfalten sich erst in ihrer Bewegung - auf ihrer"Reise" durch die verschiedenen Disziplinen und vor allem durch verschiedene Wissens- und Wissenschaftskulturen. Diese Konzeptbewegung soll als ein wichtiges Moment von interdisziplinärer Arbeit skizziert werden, aber auch als Bedingung der Möglichkeit von kulturwissenschaftlicher Forschung in einem inter- und transkulturellen Horizont. Ein aufschlussreiches Beispiel ist hier die Transformation des Konzepts der Hybridität hin zu einem Konzept von Übersetzung. Von da aus wird die weitergehende Frage eröffnet, inwiefern diese "Reise" des Hybriditätskonzepts geradezu das Konzept von Travelling Concepts/Travelling Theories überhaupt verändert: Sind diese nach dem Modell hybrider Vermischungen zu denken oder eher unter dem Vorzeichen komplexer kultureller Übersetzungsprozesse?
English:
The elaboration and acceptation of concepts and theories in the study of culture is dependent on their movement - on their "travel" through various disciplines and above all through different traditions of knowledge and various cultures of research in unequal parts of the world. In my talk this movement of concepts shall be conceptually outlined: as an important dimension of interdisciplinary work, but also as a condition of the possibility of a currently emerging study of culture in a trans- and intercultural horizon. Here, an illuminating example could be the transformation of the concept of hybridity into a concept of translation. Can this "travelling" of the concept of hybridity itself even challenge or change the concept of travelling concepts/travelling theories at all? Should we consider travelling concepts within the pattern of hybrid mixings or rather in the sign of complex processes of cultural translation?


Kerstin Büttner (Inst. f. Regionalentwicklung, Erkner, Germany)
Transkultureller Wissensaustausch im Referenzkundennetzwerk - die organisationalen und kommunikativen Praktiken eines Global Players

Im Rahmen der sozialkonstruktivistischen und wissenssoziologischen Debatte um den Zusammenhang von Raum und Wissen beschäftigt sich mein Beitrag mit der räumlichen Organisation von Wissen im Rahmen transkultureller Austauschprozesse eines Global Players. Dabei folge ich der Annahme, dass sich Raum und Vielfalt gegenseitig bedingen (Massey 1999) und räumliche Disparitäten des Wissens entgegen einer weit verbreiteten Meinung im Zuge der globalen Wissensproduktion eher zu- als abnehmen (Meusburger 2008). Dies setzt gleichzeitig voraus, sich nicht auf die Kodifizierbarkeit von Wissen zu beschränken und dieses Wissen als jederzeit transferierbar und weltweit zur Verfügung stehend anzusehen, sondern die Vielfältigkeit unterschiedlicher und sich gegenseitig bedingender expliziter und impliziter Wissensformen und ihre räumlich-zeitlichen sowie organisationalen und kommunikativen Restriktionen mit in den Blick zu nehmen. Die Innovationsfähigkeit von Transnationalen Unternehmen hängt heute weitgehend vom Zugang zu "externem Wissens" und damit vom Gelingen kulturüberschreitender Kommunikationsprozesse ab. Angesichts dessen, dass Wissensvermittlung über nationale Grenzen hinweg nicht nur rechtlichen und organisatorischen Restriktionen (Koch 2006) unterliegen kann, sondern insbesondere auch mit kulturellen Widerständen verbunden ist, stellen Cohen und Levinthal (1990) die "Absorptionsfähigkeit" von Unternehmen heraus. Damit hängt der Zugang zu externem Wissen insbesondere von der Organisationsform (heterarchische anstatt hierarchische Arbeitsstrukturen) als auch von den "Filtersystemen" (Meusburger 2008) ab, denen Sender und Empfänger als Akteure von Wissensaustauschprozessen im Kommunikationsprozess unterliegen.
In diesem Vortrag soll das globale Referenzkundennetzwerke eines Global Players als Fallbeispiel für die Analyse transnationaler Wissensaustauschprozesse und damit der "räumlichen Dimensionen des Lernens" (Amin & Cohendet 2005) dienen. Relationales Lernen auf Distanz wird hier durch lokale Praktikgemeinschaften organisiert. Am Anfang des Wissenstransfer- und damit Innovationsprozesses stehen Beobachtungsprozesse alltäglicher Arbeitsvorgänge und deren lokalen Kontextbedingungen durch Produktmanager und nicht wie bisher angenommen inhouse-Generierungen von Ingenieurswissen.
Amin, A. & Cohendet, P. (2005): Geographies of Knowledge Formation in Firms. In: Industry and Innovation, 12 Jg., Heft 4, S. 465-486. Cohen, W. M. & Levinthal, D. A. (1990): Absorptive capacity. A new perspective on learning and innovation. In: Administrative Science Quarterly, 35 Jg., Heft S. 128-152. Koch, G., Ed. (Hg.). (2006). Internationalisierung von Wissen. Multidisziplinäre Beiträge zu neuen Praxen des Wissenstransfers. St. Ingbert, Röhrig Universitätsverlag. Massey, D. (1999): Philosophy and politics of spatiality: Some considerations. In: Hettner Lectures, 2 Jg., Heft S. 27-42. Meusburger, P. (2008). The Nexus of Knowledge and Space. In: Clashes of Knowledge. Orthodoxies and Heterodoxies in Science and Religion. Knowledge and Space P. Meusburger, M. Welker and E. Wunder (Hg.). Dordrecht, Springer. 1: S.43-98.


Aryong Choi-Hantke (Sogang University, South Korea)
A fearful Foreign Tongue : The use of English in Chanwook Park's Films

After independence from Japan in 1945, Korean society became-and still is, to a large extent-politically and culturally dependent on the U.S. Consequently, most Koreans realize that American English is not only the crucial tool for communicating with other countries; they also attach English to their sense of personal prestige. Faculty at Korean universities, for example, habitually carries American academic degrees. Accredited English examinations like TOEFL or TOEIC are considered a requirement for passing the mandatory university entrance exam at the undergraduate and graduate level. But while English acquisition in Korea is a gigantic business, not many Koreans speak English fluently; most even fear it. Since his international breakthrough with JSA, the films of Korean director Chanwook Park have reflected this aspect of Korean culture: characters who speak the language often occupy dominant positions, ruling or judging others. How Park explores this fact of Korean social life, and critiques it, is the focus of this presentation.


Rebecca Eulzer (University of Magdeburg, Germany)
Glatte Biographie? Zum Transfer des Begriffs der Nicht-Identität in die Biographieanalyse

"Dialektisch ist Erkenntnis des Nichtidentischen auch darin, daß gerade sie, mehr und anders, als das Identitätsdenken, identifiziert." (Th.W. Adorno: Negative Dialektik; Gesammelte Schriften Bd. 6, Ffm 1997, S. 152) Gerade in Bezug auf Biographieanalysen kann eine Beschäftigung mit Identität und Nichtidentität mehr und anders identifizieren. Dies ermöglicht es dem Biographieträger näher zu kommen, in dem was er ist und über das hinauszugehen, worunter er fällt. Es ist davon auszugehen, dass in jeder Biographie nichtidentische Anteile zu analysieren sind, besonders deutlich werden diese jedoch bei Personen, die "Fremdheitserfahrungen" machen. Rita Kuczynski macht vielfältige solcher Erfahrungen. Als Kind wächst sie zwischen Ost- und Westberlin auf. Sie erlebt hierdurch unterschiedliche, oft gegensätzliche Sinnwelten. Durch diese Erfahrungen wird es ihr unmöglich, sich kritiklos anzupassen. Sie nimmt sich selbst als Schauspielerin wahr, die vorgibt den Klassifikationen gerecht zu werden. Mit dem Mauerbau wird ihr der Wechsel zwischen Ost- und Westberlin unmöglich. Die traumatische Erfahrung führt zu einem Orientierungszusammenbruch. Es fällt es ihr schwer Identitätsangebote anzunehmen. Rita Kuczynski erlebt sich in der DDR als nichtidentisch und wird auch als solches wahrgenommen. In meinem Vortrag will ich am Beispiel der Biographie Rita Kuczynskis diskutieren, inwiefern Adornos Begriff der Nichtidentität für die Biographieanalyse aufschlussreich sein kann.


Hannes Gießler (University of Leipzig, Germany)
Kritische Theorie des Tausches - von Marx zu Adorno

Theodor W. Adorno warnt vor der "Tendenz", dass die Gesellschaft "nicht mehr durch den klassischen Tauschmechanismus definierten Formen zusteuert", sei man doch durch den Faschismus darüber "belehrt worden", "was der erneute Übergang in unmittelbare Herrschaft bedeuten kann." Der Sozialismus wie auch der Faschismus, so groß ihre Unterschiede sonst auch waren, haben ihrer Tendenz nach die, von Karl Marx kritisch dargestellten, objektiven ökonomischen Vermittlungsformen zugunsten unmittelbarer Formen der Kollektivität, Herrschaft und Ausbeutung aufgehoben. Der Faschismus war nie mit einem anderen Ziel als der Restitution der Unmittelbarkeit angetreten, im Sozialismus stellte sich unmittelbare Gewalt anstelle inaugerierter vernünftiger Verhältnisse ein. Also stellt sich der Kritischen Theorie die Frage, welchen Standpunkt eine Kritik der politischen Ökonomie einnehmen muss, nachdem der alte Standpunkt: die Aufhebung der verdinglichten ökonomischen Vermittlung zugunsten rationaler Ökonomie, in der Praxis Irrationalität und Inhumanität bedingt hat. Die begriffliche Auseinandersetzung Adornos mit Marx' Philosophie scheint rar. Doch trügt der Schein, da er die Ökonomie weniger in ihrer extrovertierten Gestalt, d.h. als Wirtschaftsordnung, zum Thema hat. Stattdessen interessiert ihn mehr eine bestimmte Kategorie - eine, die einerseits zentral für die Ökonomie, andererseits aber offenbar nicht ökonomisch herzuleiten ist: die Kategorie des Tausches.


Paula Grobbecker (University of Magdeburg, Germany)
Democratic iterations as foundation of a new universalism?

This presentation is dealing with women rights as an example for "democratic iterations", understood as "empirical processes, which can be judged in the light of normative criteria deriving from discourse theory." (Seyla Benhabib, 2005)
In developing the category of "democratic iterations" Benhabib refers to Immanuel Kant's vision of "Perpetual Peace" and Juergen Habermas' idea of the universalistic norms of discourse ethics, claiming a new universalism. She lines out, that the demos nowadays changes through democratic iterations by its expression of democratic will. Consequently she notes that the ethnos changes as well. She is manifesting her thesis on French Muslim women, who are claiming to wear the head scarf as expression of their personal autonomy.
One can ask why Benhabib is using Kant´s most universal book to describe female conditions and social transformation in a very universalistic and perhaps utopian manner?
Hereby, we can recognize a transfer of Kants, Habermas and Arendts ideas combined with her own specific liberal experience in the US-American context to societies in general. Referring to Kants "Perpetual Peace", cosmopolitan rights and Habermas´ idea of democratic national cultures Benhabib is able not only to show shifting meanings of former religious symbols but also to light up the underlying changes in the social order of modern societies.


Jurij Halajko (Polish Academy of Sciences)
From virtual presence to real impact: a case study of Ukrainian "Kinopereklad" and "Don't Be Indifferent" social movements

Until 2006 there was almost no possibility for watching films in cinemas with Ukrainian dubbing or subtitles: all the Western movies for Ukrainian market were translated into Russian, in the same way it was in the Soviet Union. Only in 2006 one of the distributors of the American major studios began to translate some of the films into Ukrainian. Other distributors (mainly a subsidiaries of the Russian ones) refused to supply the cinemas with the films translated into Ukrainian. Instead they kept on supplying films with Russian dubbing, arguing that providing movies with Ukrainian translation had no market perspectives. At the same time, as a reaction to the position of those distributors, there emerged an Internet-based social activity aimed at promotion of movies translated into Ukrainian and protecting the rights of Ukrainians to watch films in their native language. Its activists have called to watch the movies only with Ukrainian dubbing or subtitles and boycott the titles which were not translated to their native language. I will focus on this group activity and the role of the Internet in its operation. On the other hand, "Don't Be Indifferent" is similarly involved in the Internet activity; in addition it is also a campaign led by popular Ukrainian musicians, going on tour throughout Ukraine and promoting the use of Ukrainian among young people. These case studies are an interesting example of how a social movement can emerge from an Internet based community and music subculture and became significant sources of critical discourse.


Julian Hamann (University of Bamberg, Germany)
Der Preis des Erfolges - Die "Krise der Geisteswissenschaften" aus feldtheoretischer Perspektive

Wenn es tatsächlich eine "Krise der Geisteswissenschaften" gibt: Worin besteht sie, und worauf ist sie zurückzuführen? Zur Beantwortung dieser Fragen wird unter Verwendung des feld- und kapitaltheoretischen Ansatzes von Pierre Bourdieu ein Bogen von der Begründung der Geisteswissenschaften bis in die Gegenwart gespannt. Die Herausbildung der Geisteswissenschaften zu Beginn des 19. Jahrhunderts bedeutet aus dieser Perspektive, dass innerhalb des universitären Feldes ein geisteswissenschaftliches Feld mit einer eigenen Doxa und der Philosophie als Leitwissenschaft etabliert werden konnte. Die Geisteswissenschaften sichern ihre dominante Position durch einen hohen Grad der kognitiven und sozialen Schließung des Feldes. Bereits ab der Mitte des 19. Jahrhunderts führt das Erstarken der Naturwissenschaften mit ihrer empirischen Methode zu einer Phase der Instabilität, die durch einen starken Anstieg der Studierenden zu Beginn des 20. Jahrhunderts forciert wird. Die Expansion universitärer Bildung ab den 1960er Jahren verschärft die Situation erneut und erzwingt die endgültige soziale Öffnung des geisteswissenschaftlichen Feldes. Das dadurch entstehende Spannungsverhältnis zwischen sozialer Entgrenzung und kognitiver Schließung wird bald durch eine kognitive Öffnung des Feldes in Form von neuen Inhalten und Praktiken bewältigt: Mit der der Versozialwissenschaftlichung und der Vernaturwissenschaftlichung der geisteswissenschaftlichen Forschung sowie der Einrichtung neuer praxisorientierter Studiengänge ist der Preis der erfolgreichen Anpassung der Geisteswissenschaften an Praxisanforderungen und Verwertungszwänge beziffert: Die Aufgabe ihres traditionellen identitären Kerns. Der Identitätswandel der Geisteswissenschaften in Deutschland vollzieht sich, im Gegensatz zur geläufigen Darstellung im Diskurs über die "Krise der Geisteswissenschaften", nicht einfach im Zuge ihrer Verdrängung durch die Naturwissenschaften, sondern im Zuge ihrer Expansion, die dazu gezwungen hat, die Spannung zwischen sozialer Öffnung und kognitiver Schließung durch kognitive Öffnung zu bewältigen.


Steffen Hantke (Sogang University, South Korea)
"Oh, no, there goes Tokyo!": Teaching Film and Contesting Interpretations in the Intercultural Classroom

This presentation starts from one specific instance of my own teaching experience: discussing a popular postwar Japanese film, as an instructor of German origin yet with a largely American background of socialization, within the American Studies program at an English department, with graduate students at a Korean university. Though I acknowledge that this specific configuration comes with elements unique only to itself, I take it as representative of newly emergent global economies of knowledge: institutional networks of higher education, as well as the professional routines and contents traveling between global cultural center/s and margins. Moving on from autobiographical narrative, the presentation examines the confluence of economic, cultural, and ideological factors that enter into the process of negotiating interpretive consensus among teacher and students. Finally, it goes on to raise the question what the function and use of heterodoxy could be as it arises from cognitive dissonance and interpretive disagreement in such classroom discussions.


Florentina Hausknotz und Frederike Felcht (University of Mannheim, Germany)
Intellektuelle als Grenzgänger oder: Was ist kritisches Sprechen?

"Behandelt mein Buch wie ein auf das Draußen gerichtetes Paar Sehgläser, und, tja, wenn sie euch nicht passen, dann nehmt doch andere, findet selbst euren Apparat, der notwendigerweise ein Kampfapparat ist." (Marcel Proust) Was bedeutet eine solche Beziehung zum eigenen Denken für Intellektuelle? Wenn wir (die beiden Autorinnen) von Intellektuellen schreiben, meinen wir auch KritikerInnen und sprechen von denen, die zweifeln und sich beständig an der Macht des herrschenden Diskurses reiben. Doch wie kann dies passieren? Edward Said begreift Kritik als ein Tun, das zwischen Leben und Text passiert, er beschreibt Intellektuelle als solche, die einerseits die Strukturen des Zusammenlebens, einer Weltgesellschaft, überblicken und andererseits im Universum der Texte zuhause sind. Saids Intellektuelle sind GrenzgängerInnen zwischen Leben und Schreiben, Praxis und Theorie. Die kritische Position verliert damit zwar ihren Ort, erhält jedoch eine bezeichnende Eigenschaft: Sensibilität. Diese Sensibilität erlaubt Said zufolge nur die säkulare Form des Denkens, dessen Struktur vor falschen Universalismen (z.B. Nationalismus) schützt. Doch was passiert, wenn Saids Begriff von Säkularismus eine Umwertung erfährt, wenn dieser Begriff kämpferisch wird, wenn im Namen der Menschenrechte eben diese übertreten werden können? Prousts Brille drückt aus, dass es unmöglich ist, sich Rezepte für richtiges Handeln auszudenken, dass Intellektuelle in Abhängigkeit von denen leben, deren Tun praktisch ist. Theorie bleibt folglich Werkzeuge-erschaffen, muss Sprachen erfinden, die zur Anwendung kommen können. Der Vortrag stellt mit Hilfe ausgewählter postkolonialer DenkerInnen (z.B. Fanon, Spivak) die Frage nach dem Verhältnis von Ort und Kritik. De- und Reterritorialisierungsprozesse werden dabei als ein zentrales Spannungsfeld der globalen Wissensökonomie begriffen.


Mirjam Horn (University of Gießen, Germany)
ConText - Conflicting Authorship in Kathy Acker's Plagiarist Fiction

In the transnational market place of cultural products, global processes increasingly display inconsistencies for the generation and appropriation of knowledge and, in particular, text(s). Some of these contradictions can be easily experienced as fertile chances to probe and, consequently, establish new both thematic and structural fields of criticism. Yet, others seem far too incompatible. Despite post-structuralist literary theory's attempt to free texts from their integrated wholeness, for instance, and to deny their utter dependence from an authorial source, literary production, criticism, and the overall commodification of the text and the book are still legitimized by a 19th century understanding of authorship: the author continues to be the decisive source and tool to classify, index, and interpret his/her work. Moreover, s/he receive compensation on a financial (royalties) as well as legal basis (Copyright). This contribution aims to discuss the crucial interface of the post-structuralist understanding of text as a free, unauthorized corpus of words, and its context of legal frameworks that prohibits the boundless distribution and creative reproduction of works. This clash of ideas triggers even more controversy once writers declare the 'stealing' of texts their aesthetic agenda. As a case study, I will therefore introduce the experimental prose of writer Kathy Acker who heated up the power struggle over text by provocatively integrating whole passages from other, well-established authors into her own work to subvert the esteemed canon and to question traditional notions of authorship and its according authorities.


Holden Kelm (FU - Berlin, Germany)
The problem of subjectivity - Michel Foucault's and Judith Butler's reception of Hegel's Phenomenology of Spirit

Ausgehend von der Diskussion über den kulturellen Transfer von Theorien, wie sie von François Cusset (2003) über die "French Theory" im amerikanischen Kontext und von Pierre Bourdieu (2002) in Bezug auf die sozialen Bedingungen der Theorienzirkulation vorgestellt wird, möchte ich ein spezielles Beispiel aus der Hegel-Rezeption in Frankreich erörtern. Die dortige Lektüre von Hegels "Phänomenologie" in der ersten Hälfte des 20. Jh. verdeutlicht, wie die Interpretation eines Textes von kulturellen und politischen Interessen und Diskursen gelenkt und durchdrungen wird und eine Diskussion auslöst, die in ihren Folgen über den nationalen Kontext hinausweist. Wenn es richtig ist, dass einige theoretische Schriften von Bataille, Foucault und Derrida von der Auseinandersetzung mit Hegel motiviert sind, dann scheint es möglich zu sein, dass auch die Rezeption der "French Theory" an amerikanischen Universitäten in den 1980er Jahren teilweise durch eine Hegelsche Problematik gekennzeichnet ist. Diese Problematik lässt sich bei Hegel und Foucault als die Geschichtlichkeit des Wissens ausführen, die sich in Nordamerika als die Diskussion der kulturellen Identität darstellt. Es scheint also ein indirektes Übertragungsverhältnis vorzuliegen, in dem ein theoretisches Problem in verschiedenen kulturellen Kontexten reproduziert wird und differente Lösungen erfährt. In meinem Vortrag möchte ich versuchen, diesen ideengeschichtlichen Zusammenhang näher zu erläutern.


Sabine Krajewski (Macquarie University, Australia)
Globalized societies and cultural identities

In this paper I analyse the degree to which the concept of social and ethnic identity is included in intercultural communication theory. I argue that communicative resourcefulness is important in emerging global knowledge societies but that the fluid nature of ethnic and social identity is underrepresented in the theoretical framework of intercultural communication. The meaning of self is created by avowal and ascription over time and is embodied in intercultural conflict situations. Identity is being transformed during processes of cultural transition and adaptation. In identity-based intercultural communication theories, identity is seen as an influence on communicative behaviour. Subjective identity (the way we see ourselves) and objective identity (the way others see us) are determining factors in effective communication processes and key factors in successful intercultural communication. Due to the symbiotic and transactional nature of identity and communication, identity is in turn constantly shaped and re-assessed through communication with others.
The influence of identity on the management of anxiety and uncertainty is fundamental to effective communication (Gudykunst 1995). Collier (1997) exemplifies how ethnic identities are negotiated through communication and Ting-Toomey (1988) uses examples of conflict management to analyse the impact of ethnic identity on conflict styles in high context and low context cultures. Identity is an integral concept of intercultural theories but it is not always acknowledged as a process rather than a fixed entity. I use practical examples to analyse how global knowledge transfer, cultural transition and intercultural conflict situations transform identities and how the integration of a more fluid concept of ethnic and social identity into intercultural communication theory will open new perspectives.


Petra Kuppinger (Monmouth College, USA)
Between "taz" and Islam: cultural, political and religous debates on the pages of the "Islamische Zeitung"

For the past few year the Islamische Zeitung has become a central platform of debate for a growing group of politically engaged pious, mostly younger, Muslims in Germany. Reading the Islamische Zeitung one is immediately struck by certain similarities to the secular leftist taz, both with regard to the actual layout and some of its political reporting. Yet the left-leaning and, for example, clearly anti-globalization message of the paper is frame by a distinctly pious Muslim discourse. Critical articles about issues ranging from unemployment to sustainability stand next to emotional or spiritual, and community-building article about the month of Ramadan, or the pilgrimage to Mecca. This paper briefly introduces the Islamische Zeitung and then takes a few central issues, such as globalization, international politics, concerns with properly Islamic lifestyles and the construction of a specifically German Muslim pious community as part of a global universe of believers, and illustrates how these issues accommodate debates that are central ongoing discussions about what it means to be a pious Muslim and active citizen in Germany. While located a distance to dominant society and not much recognized as a venue for public debate, I argue that the Islamische Zeitung is an intellectual platform for Muslim individuals and groups who as citizens and some indeed as social and religious activists form an integral part of a the German public sphere.


René Lehmann (University of Erlangen, Germany)
"Zweimal wurde ich betrogen" - Vergleichende Perspektiven auf gesellschaftliche Verhältnisse

Nach dem politischen und ökonomischen Zusammenbruch der Deutschen Demokratischen Republik und der darauf folgenden Forderung nach der Aufarbeitung der sozialistischen Vergangenheit erfuhr die Frage nach der Vergleichbarkeit der DDR-Diktatur mit dem totalitären nationalsozialistischen Gesellschaftssystem sowohl auf wissenschaftlicher Ebene und in öffentlichen Diskursen, als auch in privaten Bereichen eine bedeutende Reaktualisierung. Daneben eröffnete sich jedoch speziell für die von den gesellschaftlichen Umbrüchen persönlich Betroffenen eine weitere potentielle Vergleichsdimension, die des Vergleichs der beiden vergangenen Gesellschaftssysteme mit dem gegenwärtigen. Anhand einer Fallstudie aus einem empirisch-qualitativen Forschungsprojekt soll im Tagungsbeitrag der gegenwärtige Umgang mit gesellschaftlichen Transformationserfahrungen in ostdeutschen Familien analysiert werden. Dazu erfolgt die Rekonstruktion von auf die Vergangenheit(-en) sowohl des nationalsozialistischen, als auch des DDR-Systems bezogenen Deutungsmustern, welche sich in zu diesen Themenbereichen in ostdeutschen Familien durchgeführten narrativen Interviews finden lassen. Der Focus des Vortrages richtet sich dabei auf die Analyse von generationellen Differenzen und Gemeinsamkeiten. Im Weiteren wird danach gefragt, inwieweit spezifische, durch die Sozialisation in der DDR geprägte Deutungen sowohl der persönlichen Erfahrungen unterschiedlicher Gesellschaftssysteme und gesellschaftlicher (Um-) Brüche, als auch der gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen erfolgen, und welche persönlichen Konsequenzen die Betroffenen daraus ableiten.


Jens Maeße (University of Mainz, Germany)
Spiel über Bande. Bologna, Politikschauspieler und die Macht der globalen Technokratie

Als am 19. Juni 1999 die Bildungsminister aus 29 europäischen Staaten die Bologna-Erklärung unterzeichneten, hat niemand geahnt, welche enormen Strukturreformen an den europäischen Hochschulen dadurch ausgelöst werden sollten. Innerhalb weniger Jahre ist das traditionelle liberale Selbstverständnis der deutschen Universitäten aufgelöst. Wie ist es zu erklären, dass von einem dreiseitigen Papier derartige Wirkungen ausgehen können? Der Beitrag geht dieser Frage aus diskursanalytischer und poststrukturalistischer Sicht nach und zeigt, wie ausgehend von Texten wie Reden, Interviews und Erklärungen politische Handlungsträgerschaft hergestellt wird. Dabei soll insbesondere gezeigt werden, wie sich durch die Zirkulation von Bildungsmodellen in europäischen, nationalen und regionalen Praxisfeldern eine dezentrale Form von Macht etabliert, wo sowohl politische Verantwortlichkeit als auch die konkrete Bedeutung politischer Ideen unsichtbar gemacht wird. Die These des Beitrags wird lauten: die regionalen Politiker (Verbandsfunktionäre, Minister, Staatssekretäre, Rektoren, Journalisten) verkaufen globale Bildungsmodelle vor Ort und verweisen dabei auf den Sachverstand der globalen Technokraten (Ministerialbeamte, Bildungsexperten, Ökonomen u.a. Wissenschaftler); die globalen Technokraten wiederum produzieren Ideen und warten auf Politiker, die diese in der Öffentlichkeit vertreten; werfen die Adressaten dieser Offerte (Hochschule, Fachverbände, Rektoren, Journalisten etc.) allerdings einen Blick auf die Ideen, dann finden sie dort einen Text, der mit leerer Rhetorik und komplizierten Begriffen übersät ist. Doch dann ist es meistens schon zu spät! Denn wurde Bedeutung erfolgreich proklamiert und Verantwortung geschickt delegiert, dann sind die globalen Modelle oft schon unumgänglich etabliert. Eine Nichtumsetzung scheint nun nur noch um den Preis einer massiven Entwertung symbolischen Kapitals (Ansehen) auf allen Seiten möglich.


Reinhard Messerschmidt (Institut National d'Études Démographique, France)
Demodystopias in German scientific and mass-medial discourses of the beginning 21th century

The Spanish Demographer Andreu Domingo (2008) has developed the term "Demodystopias" in his examination of apocalyptical demographic discourses in modern literature. This can be as well referred to the most publications in the German mass-media since the millennium, as to parts of the scientific discourse. The latter is definitely not that homogenous, that it would be appropriate to identify it as one monolithic "Population-discourse", like in the very few existing literature that approached the topic under reference to discourse analysis.
Consequently, a variety different discourses need to be analyzed, which led to a shift in the meaning of demographic change in the last years. From a basically neutral concept referring to flows in the three main demographic indicators (fertility, mortality and migration) it meanwhile has a strongly negative meaning of prospective population aging with the perspective of shrinking. Population projections and their mass-medial communication, interpretation and political instrumentalization play a crucial role in the framing of the hegemonial perception of this topic.
The main aim of this dissertation proposal is to reveal specific regimes of truth, which are focused on the manipulation of (social-)political attitudes of the public and decision-makers, as well as the conditions that lead to their genesis. In contrast to the claimed objectivity of the underlying empiricist determinism, the related discourses are strongly connected to specific power relations and political interests. For their examination, Foucault's "toolbox" on the one hand and the hegemony-theoretical perspective of Laclau/Mouffe provide perspectives which can be productively modified in order to identify this highly important case of distorted communication.


Andre Mommen (Universiteit van Amsterdam, Netherlands)
The Neo-Liberal Development Agenda or the White Man's Burden Revisted

In an era of neo-liberal triumphalism much attention is paid to development ideologues to the development of microfinance and land tenure rights in order to sponsor bottom-up capitalist development. Neo-liberal economists want to demonstrate that the major stumbling block that keeps the rest of the world from benefiting from capitalism is its inability to produce capital. However, these ideologues (Hernando de Soto, William Easterly, Jeffrey Sachs) and their NGO counterparts easily forget that there may be legitimate and important reasons why people are resisting their neo-liberal reforms or adopting practices of exit.
In this paper the ideas of some leading neoliberal development ideologues will be discussed in relation to the role of the NGO's, the growth of landless or assetless people and ethnic cleansing in some African countries. The role of the NGOs in the "aid chain" has become crucial in the process of enforcing the neo-liberal development agenda on the masses in the developing world as their work rests on a sense of commitment to finding new solutions to old problems. NGOs are recipients of aid money for basic services replacing the post-colonial state as a prime player. Influenced by NGOs and because of growing trade possibilities communities are abandoning former subsistence modes of production and adopting income-maximising modes of production now that accumulation of money wealth is playing a major role in the local economies.


Klaus-Bernhard Roy (University of Magdeburg, Germany)
"Workfare" und selektive soziale Gerechtigkeit

In der akademischen wie poltischen Debatte hat workfare als sogenanntes Modernisierungskonzept eine prominete Position erfahren. Die Diskurse um gesellschaftliche Integration rekurrieren oftmals sehr auf Marktgängigkeit und Pflichten der Menschen gegenüber der Gesellschaft und strukturieren dabei Gerechtigkeitskonzepte, die nicht nur konzeptionell in sich hochgradig selektiv statt inklusiv aufgebaut sind, sondern als intellektuelle Rechtfertigungsmuster realer Politik soziale Segmentierung selbst mit gestalten.


Tobias Schlechtriemen (University of Konstanz, Germany)
Netzwerke - Zur Zirkulation einer ,anschaulichen Idee'

Es gibt ein Bild, das um den ganzen Globus zirkuliert und in dem sich sowohl transnationale Institutionen, als auch Gesellschaften, Gruppen oder einzelne Organisationen beschreiben: das Bild des Netzwerks. Allerorten wird von ,Vernetzung', von ,Netzwerken', ,networking', ,Beziehungen knüpfen' usw. gesprochen, wenn Menschen ihr Verhältnis zueinander beschreiben. Die Metapher des Netzwerks ist ein aktuelles Bild des Sozialen, das andere Bilder - wie das der Gesellschaft als Körper oder Organismus - abgelöst hat. Das Bild des Netzwerks kursiert aber nicht nur in der breiten Öffentlichkeit, sondern taucht auch in fachwissenschaftlichen Diskursen auf. So wird in soziologischen Texten die Gesellschaft immer häufiger als ,Netzwerk' beschrieben.
In diesem Beitrag soll nachgezeichnet werden, wie sich das Bild des Netzwerks durch verschiedene Räume des Wissens bewegt und überlegt werden, wie diese Bewegung adäquat beschrieben werden kann. Die zirkulierenden Bilder des Sozialen oder Metaphern der Gesellschaft sind eine Form des Wissens, an der sich besonders gut zeigen lässt, wie populäre Ideen in fachwissenschaftliche Theoriebildung eingehen und aus der Wissenschaft kommend auch wieder von der öffentlichen Diskussion aufgenommen werden. Diese Transfer- und Aneignungsprozesse sollen zum einen anhand von Manuel Castells' "The Rise of the Network Society" untersucht werden, das ausgehend von den neuen Informationstechnologien den Prozess globaler, ökonomischer Vernetzung prognostiziert; und zum anderen anhand von Bruno Latours 'Akteur-Netzwerk-Theorie', in der soziotechnische Netze das reibungsvolle Aufeinandertreffen globaler und lokaler Aspekte beschreiben.


Regine Schönenberg (Free University Berlin, Germany)
Reterritorialization of remote knowledge production from the Amazon to the German academic landscape

Academic production is dependent on a multilayer context of disciplinary and every-day knowledge embedded in cultural matters of course. The so-called "objective knowledge" is far from being as it seems since even the very disciplinary discourses differ from country to country. Western hegemonic definitions of "the right knowledge" are loosing their power of impact and local scientific discourses are becoming more self-confident. Usually, the field-researching scientist lacks the adequate preparation for a systematic integration of this inevitable process of adaptation to the new scientific and cultural environment to the original research design. And, to a even lesser extent is he/she prepared to re-territorialize the "alien" research results within the original scientific discourse of his/her discipline. Since those processes of transnational knowledge-production are common place nowadays my contribution will propose a possible methodology to tackle the problem. Personal note: The empirical basis of this contribution are almost 20 years of research in the Brazilian Amazon and constant attempts of re-territorialization of that knowledge within the German academic discourse. Lately, I had the opportunity to present the results of those attempts at a congress in the Amazon which highlighted once more the necessity to dispose of a sound methodology to pursue such a concern.


Ulf Schulenberg (University of Vechta, Germany)
"Soucie-toi de toi-même": The Idea of Self-Creation in a Franco-American Context

In my talk, I wish to contribute to an elucidation of the contemporary significance of the quarrel between the poets and the philosophers. I shall do so by concentrating on the notion of self-creation, that is, I shall compare Richard Rorty's idea of self-creation with that of the late Michel Foucault. Whereas the American liberal Rorty restricts the power of creative self-invention to the private sphere, Foucault, in L'Usage des plaisirs, Le Souci de soi, and other later texts, shows that self-creation (or the care of the self) on the contrary might have strong effects in the public sphere and that the idea of a radical private-public split is therefore untenable. How does the idea of self-creation present itself in this Franco-American conversation or theoretical dialogue? What kind of (cultural and political)"knowledge" is produced in this transatlantic encounter? These are two of the questions that will be discussed.


Corneliu Cristian Simut (Emanuel University, Romania)
Fitting the Notion of Christ into Contexts. The Role of the Image of Christ in Erich Fromm

Fromm's interest in the idea of Christ stems from his conviction that this particular religious notion ignited collective fantasies which later became more complex with the unfolding of early Christian history. Christ is seen as in image which should be tackled as dealing with social-psychology but must be understood in terms of psychoanalysis. Thus, as a science which is concerned with experience and the influence of experience on human emotional development - both individual and collective - psychoanalysis reveals that early Christianity saw the historical person named Jesus as being elevated to the level of God. This was the only way that Jesus could have been perceived by a group of uneducated poor Jews, who only nurtured hatred towards the government as well as hopes for a better world. This adoptionist perspective changed gradually as Christianity grew to include wealthy non-Jews, so the historical Jesus now became the Christ who was no longer a mere man but a God-man. This is why Christianity gave up the early expectation of a future and better world, and focused on the need for salvation in the present time. Therefore, for Fromm, this historical development of theological ideas has to do with the way social classes perceived the world they lived in: from the early proletarian view of a poor man ascending to heaven as God and who could give humanity a better hope for the future to the later and obviously more complex doctrine of a God-man who deals with the needs of our daily experience in the present moment, promoted by the ruling class. This way, the notion of Christ can be adapted virtually to any particular social context with view to fitting it into social and individual human experience.


Thomas Skowronek (Humboldt-University at Berlin, Germany)
Parergonale Ökonomien zwischen Emergenz und Reinfall. Kunstmärkte in Polen und Russland nach 1989

Kunstmärkte gehören sicherlich zu den symbolisch dichtesten Umschlagplätzen wissensökonomischen Kapitals. Als Teil des kunstweltlichen Kontextes relationieren sie symbolische Produktion, Wissensvermittlung und ökonomische Machtfülle über nationalstaatliche Grenzen hinweg und fundieren damit Transferleistungen, die nicht nur einzelne Werke, sondern bisweilen ganze Diskursapparaturen betreffen, mit denen neues Wissen kanalisiert wird. Kunstmärkte als Diskursverdichter, gerade im poetologischen Sinne, erweisen sich nicht nur als Rahmungen kunstweltlichen Wissens, sondern unterliegen als Repräsentationen heterogener Interessen selbst bestimmten Konstruktionsmechanismen. Besonders gut lässt sich dieser ambivalente Status von Kunstmärkten, ihre Parergonalität, in Russland und Polen beobachten, und literaturwissenschaftlich beschreiben, da hier nach 1989 eine Ökonomisierung kunstweltlichen Wissens nach westlichem Muster bald allgemeines Programm wurde. In ihrer symbolischen Gestaltung, vermittels künstlerischer Projekte und kunstweltlicher Selbstreflexionen, zeigte sich die Umstellung eines überwiegend zentralistischen Kunstbetriebes aus der Zeit vor 1989 auf eine global anschlussfähige Art World als eine gouvernementale Appropriation. Kunstökonomische Wissensinterpretationen erfolgten hier häufig als Transkriptionen tradierter Narrative. So wurden und werden ökonomische Prozesse beispielsweise mit Überwindungsphantasmen kaltkriegerischer Spaltung angereichert, die ihr Potential aus kulturellen Meta-Texten speisen, wie dem religiösen Schisma in Russland oder dem Verlust nationalstaatlicher Souveränität in Polen. Dergestalt entsteht das taktische Image einer ,globalen Avantgarde' (Polen) oder einer ,souveränen Kunstwelt' (Russland). Indem sie also ökonomisches Wissen mit bzw. zu kulturspezifischen Narrativen verdichten, rahmen Kunstmärkte die symbolische Binnenordnung der Kunstwelt nicht nur, sondern präfigurieren noch die Möglichkeiten institutioneller Entfaltung. Dabei generieren diese Kunstmärkte globale Kunstweltsubjekte, wie Großsammler mit eigenem Museum, die den lokalen Kontext als international sanktioniert ausweisen. Kunstmärkte produzieren und regulieren somit kunstweltliches Wissen in tendenziell selbstreferentieller Ausrichtung.


Steven Spalding (Newport University, USA)
When Literary Journals Fail: Minuit's Quest for an Avant-Garde

Few would contest that in the past the literary journal held a key role in the arbitration of taste, the regulation of the circulation of ideas, and in the creation of value in French intellectual culture. In addition, the alignment of authors within constellations of communities associated with competing journals lent transparency to the literary field: the journal was often a recognized standard bearer of theoretical preoccupations, aesthetic priorities, or even political and ideological positions. This paper asks, how has the role of the French literary journal evolved in the second half of the 20th century? What is the place and role of the literary journal in today's cultural economy?
Positioned at the intersection of intellectual production and consumption, the literary journal has the most to reveal to scholars of cultural studies, I argue, when it fails. Pierre Bourdieu's work laid the foundation for critical inquiry into the material, historical dimensions of the production and dissemination of ideas. One of the numerous legacies of Bourdieu's inquiries (1984, 1992) into the sociology of cultural consumption has been the important critical light cast on some of the most famous and enduring of France's intellectual journals, including Les Temps Modernes (Boschetti 1985), Critique (Patron 1999), and La Nouvelle Revue Française (Cerisier 2009). Established infrastructures in the economy of ideas, able to boast of many issues over many years, each has largely become its own self-sustaining, autonomous network. Failed literary journals, on the other hand, point up the limits of what the marketplace for ideas will support: in presenting the case of Minuit, a journal published by Editions de Minuit, I suggest ways in which the traditional roles of the literary journal may find themselves more and more at odds with the cultural marketplace.


Adrian Staudacher (Universität Lausanne, Switzerland)
Seifenopern, Reality Shows und Unterhaltungssendungen im jüngsten türkisch-griechischen Annäherungsprozess (1999-2007)

Die Präsentation stellt die Ergebnisse meiner Analyse von Expertendiskursen der internationalen und der griechischen Friedens- und Konfliktforschung vor. Mein Promotionsprojekt soll die Stabilität des jüngsten türkisch-griechischen Friedensprozesses in einem zeitlich(1999-2007) und räumlich begrenzten (hauptsächlich die beiden nationalstaatlichen Territorien) begrenzten Diskursfeld bewerten.
Ich habe dafür gemischte türkisch-griechische pop- und akademische Diskurse danach untersucht, ob es grenzüberschreitend zu neuen und friedlicheren Stereotypen für den Anderen gekommen ist. Die thematische Diskursanalyse konzentriert sich dabei auf den Interdiskurs verschiedener Diskursformationen (Wissenschafts-, medialer Unterhaltungs- und Informationsdiskurs). Interdiskurs bedeutet hier mit Jürgen Link, dass das Nichtgesagte auf die gesamte symbolische Ordnung der Sprache verweist, von der jeder Diskurs differenziert wird. Meine Präsentation behandelt die heutigen Massenmedien und passt daher zum Themenschwerpunkt: "Symbolische Produktion zwischen Globalisierung, Lokalisierung und Glokalisierung."


Almut Stoletzki (University of Hannover, Germany)
„Deutsche Geschichte“ meets „amerikanische Gesellschaft“ – Zum Diskurs über das „German Problem“ im amerikanischen Exil

"Dich und mich hat das Exil in Länder geworfen, die mehr sind als ein geographischer Hintergrund für abstrakte Analysen. Wir sind in soziale Wirklichkeiten hineingeraten, deren Eigenart es ausmacht, dass sie weder identisch noch völlig unvergleichbar sind mit unserer Heimatwelt." (aus einem Brief Adolph Lowes an Paul Tillich, 1936)
Dieses Zitat veranschaulicht das Spannungsverhältnis von Identität und Differenz der Herkunfts- und der Exilgesellschaft, welches sich - so die zentrale These meines Vortrags - für die emigrierten Intellektuellen zu einer "Kraftquelle der Erkenntnis" (Walter Benjamin) entwickelt hat. Die USA bilden für Mitglieder des Instituts für Sozialforschung und der University in Exile/Graduate Faculty an der New School for Social Research nicht nur einen Zufluchtsort vor dem Nationalsozialismus, sondern auch den gesellschaftlichen und diskursiven Raum, um neue Antworten auf die drängenden europäischen Fragen zu finden. Anhand von Begriffsveränderungen in Exildiskussionen und einzelnen Arbeiten aus dem Emigrantenkreis lässt sich zeigen, dass im Exil, geronnen in Begriffen und Überzeugungen, unterschiedliche gesellschaftliche Erfahrungen aufeinander treffen, die sowohl die Differenz als auch die Verwobenheit der deutschen und der amerikanischen Gesellschaft offenbaren können. Das Exil wirkt wie ein Prismenglas: im neuen gesellschaftlichen Kontext werden die mitgebrachten Gewissheiten auf einmal fragwürdig und es ergeben sich neue Blickwinkel auf altbekannte Probleme oder gar völlig neue Fragestellungen. Durch das Erleben unterschiedlicher gesellschaftlicher Wirklichkeiten entsteht ein transatlantischer Erfahrungsprozess, ein "Intellectual Transfer" (Detlev Claussen), der sich äußerst fruchtbar auf die Gestalt und Inhalte der modernen Sozialwissenschaften ausgewirkt hat.


Mareike Teigeler (University of Hamburg, Germany)
Qualitätsmanagement und Komplizenschaft

Die aktuelle Kultur der Effizienz bringt ein bestimmtes Sicherheitsbedürfnis hervor, welches die Kontinuität der Leistungsfähigkeit durch die Einrichtung bestimmter Denk- und Handlungsstrukturen, Konsum-, Regenerations- und Anerkennungsverhältnisse zu garantieren sucht. (vgl: Rölli, Marc 2008: http://querdurch.hfbk.net/medien/querdurch_marc_roelli_ sensibilitaet.mp3) Ich möchte mein Augenmerk in diesem Zusammenhang auf den Bereich des Qualitätsmanagement an Hochschulen richten und untersuchen, inwieweit dieses als Antwort auf besagtes Sicherheitsbedürfnis anzusehen ist. Ein sogenanntes umfassendes Qualitätsmanagement bezeichnet die Verschränkung der Bereiche Evaluation und Akkreditierung. Es ist in diesem Zusammenhang festzustellen, dass die vermeintlich individuell, also hochschulintern zu kreierenden Zielvorstellungen der Dynamik innerhalb des Spannungsfeldes zwischen hochschulinterner und hochschulübergreifender Qualitätssicherung ausgeliefert sind. Individuelle Vorlieben sind notwendigerweise den zu erreichenden Zielen untergeordnet, bzw. werden durch diese Ziele erst hergestellt, anstatt als für sich genommen erfahrbar zu sein. Die kaschierte Trennung der Bereiche Forschung/ Lehre und Effizienz zielt im Gegenteil auf die umfassende Mobilisierung der Individuen, bzw. der Hochschulen zu Zwecken profitabler Privatproduktion. Ein alternativer Weg besteht meiner Einsicht nach darin, zu versuchen, die Verwicklungen und Abhängigkeiten wahrzunehmen, sie auszuhalten und den so entstehenden Entwicklungen Raum zu lassen. In diesem Fall geht es nicht darum, vorher definierte Werte zu ordnen und aus einer Position heraus zu handeln, sondern darum, den Fokus auf Prozesse und Wirkungen zu legen. Es geht um eine Taktik, die dazu animiert, mit den Ereignissen zu spielen und günstige Gelegenheiten dafür zu ergreifen, neue Verknüpfungen herzustellen. Eine solche Taktik möchte ich anhand des Konzeptes der Komplizenschaft vorstellen. (vgl.: Ziemer, Gesa 2007: Komplizenschaft: Eine Taktik und Ästhetik der Kritik? Zürich: Edition Voldemeer)


Sebastian Tränkle (University of Leipzig, Germany)
Wo ist das Denken zu Hause? Zum Begriff der "Heimat" in der Kritischen Theorie von Adorno bis Türcke

Novalis zu Folge ist die Philosophie "eigentlich Heimweh." Ist das nur ein romantischer Reflex gegen die kosmopolitische Aufklärung? Im Zuge der viel gescholtenen "Globalisierung" gewinnen auch heute Bedürfnisse nach räumlicher Verortung und kultureller oder nationaler Identität immer wieder von Neuem an Konjunktur. Oder zielt schon Novalis auf "Heimat" in ganz anderem Sinne? In der Dialektik der Aufklärung versuchten Horkheimer und Adorno, selbst im amerikanischen Exil und noch zur Zeit des Nationalsozialismus, der sich den Begriff der Heimat im Sinne einer "Blut und Boden" Ideologie angeeignet hatte, dem eine andere Dimension des Begriffs entgegenzustellen. "Heimweh" ist demnach weniger die Sehnsucht nach einem "verlorenen Ältesten," als die nach dem besseren Leben - und Heimat "das Entronnensein" aus dem mythischen Bann von Herrschaft. Adornos Kindheitserinnerungen eröffnen dazu eine zeitliche und sprachliche Dimension von "Heimat." Der Begriff der Heimat blieb nach 1945 einem kritischen Bewusstsein stets suspekt. Vor allem in den Diskussionen einer akademischen und politischen Linken haftet ihm bis heute der Ruf des Reaktionären an. In seinem 2006 erschienen Essay "Heimat. Eine Rehabilitierung" versucht Christoph Türcke eine an Horkheimer und Adorno anschließende Neuaneignung des Begriffs. Mit einem psychoanalytischen Fokus auf Kindheit möchte er den Begriff aus dessen enger historischer Verquickung mit Nation und Nationalismus lösen. Ob es möglich ist, so dem Begriff der Heimat seine reaktionären Konnotationen zu nehmen, kann mit gutem Grund bezweifelt werden. Die Frage nach dem zu Hause des Denkens ist es aber auch in der "globalisierten" Welt weiterhin wert, gestellt zu werden: Immerhin heißt es bei Novalis weiter, Philosophie als Heimweh sei "der Trieb, überall zu Hause zu sein."


Jatin Waglé (University of Hannover, Germany)
Intellectual Transfer and the Con(Texts) of Exile: Rereading T. W. Adorno's Émigré Writings

In this paper I read the English language translations of two of Theodor W. Adorno's essays - those on Spengler and Veblen - published in 1941 in his exile in the United States against their better-known German versions from the early 1950s. These critical comparisons reveal complex patterns of amendments, inclusions and deletions, and the textual distinctions are made meaningful when mediated through the specificities of the Critical Theorist's social-historical experiences. Not a purely linguistic or philosophical problematic, but a complex political dialectic underlies the "translations", which finds expression in a "slave language" [Sklavensprache] (Claussen 1986; 2008). It could be described as a resistant intellectual code formulated collectively by the Critical Theorists, and structured in the main by their experiences, in this context, of the New Deal in their exile in the United States, and then of the Cold War after their postwar "homecoming" to the Federal Republic. These close readings of such concrete movements of thought across social-historical contexts militate against a static and sterile view of Adorno's alleged untranslatability and counter the charges of émigré self-censorship leveled against the Critical Theorists (e.g. Wiggershaus 1994). Moreover, the rereading of Adorno's émigré writings offers an alternative account of Adorno's American exile, which seeks to free it from the transatlantic, ideological frames of anti-intellectualism and anti-Americanism that have hitherto structured and distorted its reception on both sides of the Atlantic.


Sercan Yoldas (Mersin University, Turkey)
A Comparative Study of Framing in the Political Discourses of Atatürk and Churchill

According to George Lakoff (1996, 2004, 2008), a frame is a conceptual structure used in thinking. Frames function as implicit or explicit discursive strategies to define and reinforce certain ways of looking at the world. Every word, Lakoff claims, comes with one or more frames, some of which may evoke unconscious moral or psychological reaction in the listener's mind. "Frames evoke other frames in the system. Understanding involves drawing out the logic of the frames" (Lakoff 2008: 43). Framing the concepts of "sovereignty," "independence," "race," and "minority" have been crucial in the development of a modern identity for the nations in the early part of the twentieth century. In this paper we trace the linguistic manifestations of these concepts in the selected discourses ranging from the 1920's to the 1940's of two political contemporaries, Atatürk and Churchill. We use transcriptions of Atatürk's speeches from 1919 to 1938 and Churchill's Complete Speech Texts (1901-1963). Despite the fact that Turkey began to push for alliance with the West, and particularly with Britain starting from 1930's onwards, the political frames of the key concepts mentioned above do not agree in the discourses of the two leaders. For example, when we look at the frames drawn for the concept of "independence" in the speeches of Atatürk and Churchill, we see that while Churchill sees independence as England's imperial right to be given to others, Atatürk frames it as a right to be fought for in the way to become a nation.
References:
Lakoff, George. (1996) Moral Politics: What Conservatives Know That Liberals Don't. University of Chicago Press.
---------(2004) Don't Think of an Elephant: Know Your Values and Frame the Debate--The Essential Guide for Progressives. Vermont: Chelsea Green Publishers.
---------(2008). The Political Mind: Why You Can't Understand 21st Century American Politics with an 18th Century Brain. New York: Penguin Books.


Marta Zimniak-Halajko (University of Warsaw, Poland)
New Critical Power: Radical Forms of Communication and Social Movements

In my paper I would like to present an analysis of alternative and radical forms of communication of new social movements of radical left and radical right orientation, mainly in the Polish context. I will concentrate on communication practices of several social movements, being a subject of my research interest. These include groups of Marxist, anarchist, ultraconservative and nationalist orientations. My study of these groups is based on participant observation technique. I will focus on the alternative Internet use, but I will also try to explain why the research of social movements activity in the Internet should be complemented by an analysis of other forms of social movements' communication practises (such as ritual and iconic communication, demonstrations, leaflets and so on). In my analysis I refer to alterative media theories of John Downing and Chris Atton and I will try to map out the research field for alternative media and social movements in general and the alternative Internet in particular. The main thesis of my presentation is that alternative media are key instruments for the articulation of critical social reflection and for communicating of alternative system diagnoses of today's culture and society's condition.


Robert Zwarg (Universit of Leipzig, Germany)
Die Suche nach dem Wort, das gilt - Epochenbruch und Sprachverlust bei Max Horkheimer

Dass kein Begriff ohne Geschichte ist, d.h. einer Tradition der Überlieferung und historischen Umständen, in denen er zur Geltung kommt, hat kaum eine intellektuelle Schule so sehr reflektiert wie die Kritische Theorie um Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse et al. Deswegen ist es kaum verwunderlich, dass die geschichtliche Erfahrung des Nationalsozialismus und seinem negativen Klimax, der Vernichtung des europäischen Judentums, am Denken der kritischen Theoretiker nicht spurlos vorbeigegangen ist. An Max Horkheimer lässt sich eine Denkbewegung studieren, die sich als Reflexion auf einen profunden Zweifel an der Tauglichkeit früherer Begriffe, vor allem jenen der Marxschen Tradition verstehen lässt: sie reagiert auf nichts weniger als einen Sprachverlust. Die weitere Entwicklung von Horkheimers Denken wurde dabei immer wieder als "religiöse" bzw. "pessimistische" Wende paraphrasiert. Dieses Urteil ist nicht nur subjektivistisch verkürzend, sondern unterschätzt auch die systematische Denkanstrengung Horkheimers, Begriffe und Kategorien aus dem intellektuell-politischen Kosmos der 20er und 30er Jahre in eine neue historische Konstellation zu übertragen. Die stärkere Akzentuierung theologisierender Ideen - ohne dabei selbst auf einem positiven theologischen Boden zu stehen - war die Suche nach Begriffen, denen einen vergleichbares politisches und emanzipatorisches Mobilisierungspotential innewohnt wie den marxistischen Konzepten der 20er und 30er Jahre. Vor dem Hintergrund einer unabgeschlossenen Säkularisierung und der andauernden Strahlkraft religiös konnotierter Begriffe - sei es in transponierten Formen der "Alltagsreligion" oder in der sog. Politischen Theologie -, lohnt es sich, diese Denkbewegung genauer zu untersuchen.


<< zurück / back