Diskurse der Gewalt - Gewalt der Diskurse

2. Transdisziplinäres Forum Magdeburg
2.-4. Juli 2004, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg


Gewalt und die Fragen nach ihrer Kontrolle, Beschränkung oder Überwindung behaupten eine herausragende Stellung in den Sozialwissenschaften. Die empirische sozialwissenschaftliche Forschung sucht nach verallgemeinerbaren Erklärungen für ein Auftreten oder Ausbleiben gewaltsamer Konflikte, in der Hoffnung, solche Erklärungen in strategische Handlungsanleitungen transformieren zu können in Form z.B. flexibler Krisenreaktionen, einer weltweiten Durchsetzung von Marktwirtschaft, Menschenrechten und Demokratie , oder eines globalen Krieges gegen den Terror. Dem gegenüber attestieren kulturwissenschaftliche Debatten insbesondere im Einflussbereich kritischer und 'radikaler' Theorien (Marxismus, Feminismus, Postkoloniale Theorie etc.) - eine grundsätzliche Gewaltsamkeit diskursiver und epistemischer Formationen. Die modernen Diskursen inhärente (und nicht hintergehbare) alltägliche Gewalt manifestiert sich in dieser Perspektive beispielsweise in Form von vielfältigen Uniformierungen, Privilegierungen und Ausschließungen; gleichzeitig aber und hier nähern sich sozial- und kulturwissenschaftliche Diskussionen einander an bleibt es auch in den Cultural Studies unumgänglich, die konkret jeweilige Form von Gewalt und ihrer diskursiven Legitimierung zu bearbeiten.

Erwünscht waren Beiträge mit aktuellen theoretischen Perspektiven, die sich kritisch mit der Gewalt der gegenwärtigen weltgesellschaftlichen Verhältnisse und Diskurse auseinandersetzen. Die Konferenz wollte unterschiedliche Perspektiven (z.B. feministische, poststrukturalistische, politökonomische, postkoloniale, marxistische, konstruktivistische.) aus verschiedenen Disziplinen (z.B. Kulturwissenschaften, Soziologie, Politikwissenschaften, Philosophie, Rechtswissenschaften, Politische Geographie, Geschichte, Literaturwissenschaften, Psychologie) zusammenführen.